Links zu Land und Leute aus Verden
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Stadtführung
Verden liegt an der Aller kurz vor ihrer Mündung in die Weser, etwa 35 km von Bremen und 90 km von Hannover entfernt. Die Verdener Altstadt liegt östlich der Aller, direkt gegenüber befindet sich der Stadtteil Hönisch. Benachbarte Gebietskörperschaften sind Langwedel, die Samtgemeinde Thedinghausen, die Samtgemeinde Grafschaft Hoya (Landkreis Nienburg), Dörverden und Kirchlinteln.
Zur Stadt Verden gehören 7 Ortschaften mit eigenem Ortsrat
Borstel
Dauelsen
Döhlbergen-Hutbergen
Eitze
Hönisch
Scharnhorst
Walle
Geschichte
Frühgeschichte
Bis in die frühe Eisenzeit lassen sich im Weichbild der Stadt Spuren menschlicher Siedlung nachweisen. Ferdi in Saxonia, unter dieser Bezeichnung wird Verden in einer Urkunde Karls des Großen zum erstenmal in etwa heutiger Namensform erwähnt. Der Name weist auf Furt oder Fähre hin.
Mittelalter
Im Jahre 782 fand im Raum Verden die Unterwerfung der Sachsen im Verlauf der Sachsenkriege durch Karl den Großen einen grausamen Höhepunkt: Angeblich 4.500 Bewohner der damals dünnbesiedelten Region wurden hingerichtet ("Verdener Blutgericht"), nachdem sie sich geweigert hatten, sich dem Frankenkönig Karl zu unterwerfen und den christlichen Glauben anzunehmen.
In den folgenden Jahrhunderten wuchs die Stadt aus zwei Siedlungskernen zusammen: der Norderstadt mit Rathaus und Johanniskirche und der Süderstadt mit dem geistigen Zentrum um den Dom, dem die Fischersiedlung an der Aller angegliedert war. Vom Anfang des 9. Jahrhunderts bis 1643 residierten im Bistum Verden 50 Bischöfe. 1568 wurde die Reformation im "Stifte Verden" durch den Landesherrn und evangelischen Bischof Eberhard von Holle (geb. 1531 in Uchte) eingeführt. 1667 wurden die Norder- und Süderstadt durch die schwedische Königin Christina zwangsvereint.
Frühe Neuzeit
Im 15. Jahrhundert wurde Verden freie Reichsstadt bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Durch den Westfälischen Frieden fiel das Bistum Verden als Reichslehen an die schwedische Krone. Durch Kauf kam das Herzogtum Verden dann 1719 zum Land Hannover, durch Annexion 1866 an Preußen.
Preußische Zeit und Nationalsozialismus
Bis zum Zweiten Weltkrieg bestimmten Handel und Handwerk sowie zahlreiche örtliche und überörtliche Behörden und Dienststellen und die Garnison (berittene Artillerie) die Entwicklung Verdens. Verden war ab November 1943 formeller Sitz eines Plünderungs- Sondergerichtes[1]. Von Kampfhandlungen blieb die Stadt weitgehend verschont.
Nachkriegszeit
Von 1945 bis 1993 war Verden Garnisonsstadt der Britischen Rheinarmee. Im Stadtgebiet siedelten sich viele Neubürger aus Schlesien, Ostpreußen und Pommern an. Hinzu kamen in den 1960er Jahren Gastarbeiter aus Südeuropa und Anatolien. Nach 1990 kamen viele Zuwanderer aus Osteuropa nach Verden.
Religion
Traditionell ist Verden (Aller) evangelisch-lutherisch geprägt. Daneben ist Verden Sitz eines römisch-katholischen Dekanats mit Sitz in der Propsteikirche Sankt Josef.
Politik
Hauptamtlicher Bürgermeister: Lutz Brockmann (SPD) seit 2004
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswert in Verden ist vor allem der gotische Dom und die an der Aller gelegene Altstadt mit der romanischen St. Andreas-Kirche, in der die Grabplatte des Bischofs Yso aufbewahrt wird, der St. Johanniskirche, der ältesten Backsteinkirche Norddeutschlands und dem alten Rathaus. Vom unbebauten gegenüberliegenden Allerufer im Ortsteil Hönisch aus bietet sich ein guter Panoramablick auf die Altstadt.
Im Sachsenhain (Ortsteil Dauelsen) stehen beiderseits eines von großen Eichen gesäumten Weges 4.500 Findlinge, die 1935 zum Gedenken an die hier angeblich hingerichteten Sachsen aufgestellt wurden.
Auf dem Domfriedhof befindet sich das "Goldmanngrab", das durch seine Einzäunung auffällt. Am 11. Mai 1818 verstarb Franz Goldmann im jungen Alter von nur 20 Jahren infolge eines Jagdunfalls in Rieda bei Verden. Sein Vater, der Amtmann und Pächter zu Förste am Harz Christoph Goldmann, hielt die Erinnerung seines Sohnes durch ein Vermächtnis aufrecht, für das er 1.000 Thaler stiftete. Am 11. Mai jeden Jahres sollte ein „unbescholtenes und tugendhaftes Mädchen“ 30 Thaler erhalten, wenn sie am gleichen Tag heiratete und am Tag zuvor das Grab von Franz Goldmann mit Blumen geschmückt hatte und dort betete. Das Vermächtnis wird heute noch erfüllt.
Regelmäßige Veranstaltungen
Pferdeauktionen, Turniere, Pferderennen, Ausstellungen
Verdener Domweih, ältestes Volksfest Norddeutschlands, in der Innenstadt
Lätarespende, Verteilung von Brot und Heringen
Domfestspiele, saisonales Freilichttheater im Schatten des Doms
Verdener Jazz- und Bluestage
Kurzfilmfestival "Filmsalat", veranstaltet vom Verein Kommunal Kino Verden e.V. ( seit 1987 )
Autosonntag (findet einmal im Jahr statt)
Wirtschaft und Verkehr
Wirtschaft [Bearbeiten]Größter Industriebetrieb in Verden ist die Masterfoods GmbH (Heimtierbedarf). Erwähnenswert sind weiter die Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag, das Kühl-und Logistikunternehmen Nordfrost, die Badenhop Fleischwerke, der Maschinenbau Focke & Co. Verpackungsmaschinen, Vemag Maschinenbau und Vemag Anlagenbau, Elektroindustrie Block Transformatoren, Baugewerbe Matthäi Straßenbau, Holzkamm Hochbau, sowie die Tierzucht Nordrind GmbH, Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung, sowie der Hannoveraner Zuchtverband. Im Umland der Stadt wird unter anderem Pferdezucht und Milchwirtschaft betrieben.
Verkehr
Straße
Verden liegt an der Bundesautobahn 27 Cuxhaven-Bremen-Walsrode, an der Bundesstraße 215 Rotenburg (Wümme)-Nienburg/Weser-Minden sowie an den Landesstraßen 171 Verden - Visselhövede - Schneverdingen und 203.
Eisenbahn
Verden liegt an der Bahnstrecke Bremen-Hannover sowie an der "Weser-Aller-Bahn" von Rotenburg (Wümme) nach Minden, die beide zum Netz der Deutschen Bahn zählen. Der Bahnhof Verden ist Halt für Intercity-, Regionalexpress- und Regionalbahnzüge.
Außerdem ist Verden Stammsitz der Verden-Walsroder Eisenbahn GmbH (VWE), die eine 12,5 km lange Bahnstrecke von Verden nach Stemmen und eine weitere Strecke von Böhme nach Walsrode betreibt (früher waren beide Strecken verbunden). Auf der VWE-Strecke findet seit Jahrzehnten nur Güterverkehr und gelegentlicher Museumseisenbahnverkehr statt. Unter anderem wird über die VWE das Masterfoods-Werk an das Schienennetz angebunden.
ÖPNV
Darüber hinaus verfügt die Stadt über einige lokale und regionale Buslinien. Verden gehört dem Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen an. Der innerstädtische Verkehr und der Busverkehr nach Kirchlinteln wird von der Verdener Verkehrsgesellschaft (VVG) versorgt, während die meisten regionalen Verbindungen von Bussen der VWE, vereinzelt auch von der Weser-Ems Bus (WEB) bedient werden.
Wasser
Die Kernstadt liegt unmittelbar an der für die Binnenschifffahrt befahrbaren Aller (nur äußerst geringer Sportboot- und Ausflugsschiff-Verkehr), die im Norden des Stadtgebietes (Ortsteil Eissel) in die Weser mündet. Die Weser wird auch für die gewerbliche Binnenschifffahrt genutzt.
Die Lage an zwei Flüssen führt regelmäßig zum Ende des Winters zu Hochwasser. Dabei werden zumeist die Landesstraße 203 (Verden-Blender) sowie die Kreisstraße zwischen Eissel und Verden sowie Eissel und Langwedel überflutungsbedingt gesperrt. Eissel ist dann vorübergehend nur per Boot zu erreichen, Autofahrer aus Richtung Blender müssen kilometerweite Umwege über Hoya (Kreis Nienburg) oder Achim in Kauf nehmen.
Luft
In Verden-Scharnhorst befindet sich ein Verkehrslandeplatz für Maschinen bis 2000 kg.
Einrichtungen
In Verden gibt es zahlreiche Bildungseinrichtungen. Neben fünf Grundschulen besitzt die Stadt eine Hauptschule, die Klaus-Störtebeker-Schule, die Andreasschule (Sonderschule), eine Realschule und zwei Gymnasien, das Gymnasium am Wall und das vor 1002 Jahren gegründete Domgymnasium Verden. Daneben existiert noch die Berufsbildende Schule Verden und eine Kreisvolkshochschule.
Verden ist gemeinsam mit Achim Standort der Aller-Weser-Klinik, eines Krankenhauses der Regelversorgung in kommunaler Trägerschaft.
Leben in Verden [Bearbeiten]Historische Altstadt mit Fußgängerzone Große Straße, Kneipengegend am Lugenstein (genannt "Domviertel") Stadthalle, Domherrenhaus, Museumseisenbahn, Fahrgastschiff auf der Aller sowie ein umfangreiches Sportangebot mit über 40 Sportvereinen.
Persönlichkeiten
Johann Bornemacher (auf dem Scheiterhaufen verbrannt) 2. Januar 1526 in Verden/Aller; luth. Theologe und Märtyrer
Anita Augspurg, Frauenrechtlerin, Wahlrechtreformerin
Adolf Köster, Reichsaußenminister 1920, Reichsinnenminister 1922, Gesandter in Belgrad 1928
Friedrich Lang, Stadtsyndikus in Verden, 1848 Alterspräsident der Frankfurter Nationalversammlung
Friedrich Gottlieb Müller * 1816, † 1908 in Verden, Maler und Zeichner von Stadtansichten u. a. moderne Bauten und Industriebetriebe im nordwestdeutschen Raum
Karl von Einem, preußischer Kriegsminister
Siegmund Seligmann,langjähriger Generaldirektor der Gummiwerke Continental AG in Hannover
Walther von Seydlitz-Kurzbach, General der Artillerie
Ludwig Stubbendorff, 1936 Doppelolympiasieger in der Einzel- und Mannschaftswertung der reiterlichen Vielseitigkeitsprüfung


